Wer sich auf die MPU nicht vorbereitet, wird sicher nicht nur irritiert, sondern auch überrascht sein über das, was sie dort erwartet. Vor allem das Gespräch mit dem Gutachter wird nicht so verlaufen, wie man es sich am Anfang erhofft. Natürlich denkt der Betroffene erst einmal immer wieder an genau den Vorfall, der ihn hierher gebracht hat. Wegen diesem Vorfall muss er schließlich zu der MPU. Es fühlt sich schlecht, weil erwischt wurde. Dies ist jedoch eine falsche Perspektive.
Die Perspektive des Gutachters
Der Gutachter hat natürlich eine ganz andere Perspektive. Für ihn steht sofort von Anfang an fest, dass es keine Ausnahme war, was da vorgefallen ist. Hier werden sich vielleicht einige Menschen beschweren, und sagen natürlich war es eine Ausnahme, dass wird nie wieder vorkommen und so weiter. Diese Ausreden kennt der Gutachter und auch die Statistiken geben Ihnen das Recht so zu denken. Auf jede Auffälligkeit, wegen der man erwischt wurde, kommen meistens sehr viele manchmal kleinere und manchmal größere Vorfälle, die nicht geahndet werden. Hier denken sich dann die Menschen Gott sei Dank, ich wurde nicht erwischt.
Nicht die Auffälligkeit, sondern das Verhalten
Den Gutachter interessiert die einzelne Auffälligkeit nicht wirklich. Vielmehr jedoch das Verhalten der Person die zur MPU vorgeladen wurde. Er fragt sich, was hat wohl diesen Menschen dazu bewogen, sich derart negativ zu verhalten. Er möchte die Ursache verstehen und nicht das Delikt selber. Anders gesagt, man könnte auch fragen warum sich so viele Menschen richtig verhalten und nur diese eine Person falsch. Was ist da in der Persönlichkeit, was vielleicht nicht dorthin gehört. Wie kann man die Symptome verändern. Auch wird darüber gesprochen wie man die Situation ändern kann. Dieses Gespräch nimmt jedoch sehr viel Kraft in Anspruch und benötigt eigentlich auch eine sehr gute Vorbereitung. Daher fallen die meisten Menschen durch, die sich nicht auf die MPU vorbereiten lassen.